Freitag, 18. April 2008

17. April 2008 - Tag 15: Gmunden - Kirchdorf (44 km)


Lauf-Infos:

Datum: 17. April 2008
Start: 09.00 Uhr
Ankunft: 14.27 Uhr
Distanz: 44 km
Laufzeit: 4:28
Gesamtzeit: 5:27
Kilometerstand: 684 km von 1.129 km

Ich nahm nicht an, dass heute jemand zum Start erscheint – zumindest hat sich niemand angekündigt. Deswegen legte ich es heute morgen etwas gemütlicher an … bis ich einen Anruf von Franz Bernecker bekam, der gerade am Weg nach Gmunden zum Startpunkt war. Jetzt musste ich mich aber beeilen und war kurz vor 08.30 am Stadtplatz in Gmunden, wo schon andere bekannte Gesichter auf mich warteten. Die Schule, die letztes Jahr mit mir mitgelaufen ist hat sich heuer wieder dazu entschlossen, mit mir zu laufen … 68 Kinder und 6 Lehrer!!! Wie wir wissen, haben Kinder jede Menge Energie … und aus Gmunden hinaus geht es 5 Kilometer bergauf …eine Herausforderung … und die Kinder müssen dass dann auch wieder zurücklaufen! Super gemacht und DANKE für die tolle Unterstützung! Super, dass auch der Bürgermeister noch gekommen ist und die Schule mit einer „netten“ Spende unterstützt hat. DANKE!

Franz ist schon 3 Kilometer nach Gmunden gelaufen. Sein Sohn hat ihn im Zentrum von Gmunden verabschiedet und Franz ist dann mit mir weitergelaufen. Wir haben vereinbart, mit einer Geschwindigkeit von rund 6 Minuten pro Kilometer zu laufen … und die längste Zeit habe wir das auch geschafft. In Scharnstein – nach 15 Kilometer – machten wir eine Cafe-Pause … und liefen dann schneller als erwartet weiter. Wir nahmen an, dass Hans Hufnagl auf uns in Scharnstein wartet … aber er war noch in der Schule und unterrichtete Englisch.

Wir telefonierten mit Hans und haben mit ihm vereinbart, uns in Pettenbach zu treffen. So war es auch. Wir liefen gemeinsam den Magdalenenberg hinauf, wo Hans dann von seiner Frau Ursula erwartet wurde. Es ist super, in einer Gegend zu laufen, in der man 7 Jahre lang gelebt hat. Wir mussten einen 6 Kilometer langen Umweg laufen, um unsere 43 Kilometer für diesen Tag zu erreichen. Am Ende waren es dann doch 44 Kilometer – aber dafür können wir uns nur selbst die Schuld geben.

Franz ist noch nie mehr als einen Marathon in seinem Leben gelaufen. Aber mit den 3 Kilometern, die er vor dem Start in Gmunden schon gelaufen ist ist er nun offiziell zum ULTRARUNNER geworden, da er heute 47 Kilometer gelaufen ist. Aber ich konnte ihn einfach nicht überreden, weitere 3 Kilometer zu laufen, um auf 50 Kilometer zu kommen – ich verstehs nicht *g*. Aber ohne Spass – es war eine großartige Leistung. Es hat ja nicht jeder so viel Zeit zum trainieren, wie ich. Und ich muss gestehen, das Tempo der letzten Kilometer war schon fast zu hoch.

Heute Abend bin ich bei Willie Bernecker eingeladen. Jener Läufer, der mich gelehrt hat, wie man richtig läuft … wir trainierten gemeinsam.

Heute Abend sind viele Mitglieder meines alten Laufvereins "Laufverein Kirchdorf" gekommen, um gemeinsam etwas zu trinken und zu quatschen. Großartig, alle wieder zu sehen und versäumtes aufzuholen. Aber, warum sehen alle in die Kamera, wenn man fotografiert??? Glaubt mir, wie sahen alle ganz normal aus und hatten echt Spass, bis Hans dieses Foto machte … Nach diesem Foto waren wir auch wieder normal *g*

Mein Bart ....... Ja, meine Freundin hat es gesehen und hat ihre Zustimmung gegeben. Manchmal ist es wirklich hart es allen recht zu machen. Aber persönlich fühle ich mich auch ohne viel besser …

Bis morgen.

Peter Rietveld - http://www.run-for-lives.at/peter

PS: NUR MEHR WENIGE TAGE ZUM VIENNA CITY MARATHON! Sie laufen auch mit? Dann widmen Sie Ihre Kilometer vom VCM (oder andere Läufe) RUN FOR LIVES und bitten Sie Ihre Familie, Freunde, Bekannte, ... für Ihre Kilometer zu spenden. Die Spende geht zu 100 % an Ärzte ohne Grenzen. Sie helfen damit Menschen in Not!

Hier gehts zur Anmeldung ...

Hier können Sie für gelaufene Kilometer spenden ...

Donnerstag, 17. April 2008

16. April 2008 - Tag 14: Strobl - Gmunden (48 km)


Lauf-Infos:

Datum: 16. April 2008
Start: 09.00 Uhr
Ankunft: 14.22 Uhr
Distanz: 48 km
Laufzeit: 4:52
Gesamtzeit: 5:22
Kilometerstand: 640 km von 1.129 km

Johannes (Brundi) und seine Frau waren überpünktlich am Start in Strobl. So konnten wir uns noch gemütlich für eine halbe Stunde hinsetzen, tratschen … bevor es für heute losgeht.

Johannes rasierte sich die letzten Tage auch nicht. Wahrscheinlich wollte er so gut aussehen wie ich *g*. Ich ließ mir meinen Bart auf Anraten meiner Freundin wachsen. Sie dachte, er steht mir gut. Johannes belehrte mich eines besseren. So unattraktiv, wie ich jetzt mit Bart aussehe, braucht meine Freundin keine Sorgen wegen „anderen“ Frauen haben …. Hmmmm. Johannes brachte mir einen Rasierer mit. Ich hoffe, du findest das Ergebnis gut, Johannes. Und, ich hoffe, meine Freundin findet es besse. Denn schließlich küsst sie mich, und nicht du …

Ich verstehe es bis jetzt nicht, wie wir es geschafft haben, soooo schnell Gmunden zu erreichen. Johannes lief schneller als bei seinem 6-Stundenlauf in Wals, obwohl wir kurz für einen Cafe anhielten. Womöglich war es, weil seine Frau mit dem Auto vor uns hergefahren ist … und er ihr hinterher gelaufen ist. Ich glaube, sie sieht einfach besser aus als ich. Es war ein großartiger Tag und ein fantastischer Lauf.

Heute ist der Tag “gegen Lärm” (Welttag gegen Lärm). Es ist etwas kurios – denn wir liefen heute die meiste Zeit entlang der Bundesstraße – mitten im Straßenlärm.

Es ist bereits das dritte mal, wo ich mit Johannes diese Strecke gelaufen bin. Und es regnete diesmal das erste mal nicht! Eine Erleichterung. So konnten wir uns gegenseitig noch besser kennen lernen, obwohl wir uns bereits seit 3 Jahren kennen und uns bei diversen Läufen getroffen haben.

Zieleinlauf war heute beim “Würstelstand” in Gmunden, wo der Radiosender "Life Radio" ein "live"Interview mit mir aufgenommen und gesendet hat.

So, der Spass ist jetzt vorbei und es beginnt das richtige leben wieder … zuerst muss ich mich um eine Übernachtungs-Möglichkeit umsehen. Ich war sehr froh darüber, dass mich Johannes und Christa dabei unterstützt haben und durch ihre Kontakte wir sehr rasch einen Platz für mich (gleich in der Nähe) gefunden haben.

Johannes: wir sehen uns beim 100 km-Lauf in Steyr (am 15. Juni) wieder. Danke für alles!!!

Bei mir gehts “wie immer” weiter: duschen, ausruhen, einkaufen gehen, Laufkleidung waschen, fernsehen und ein wenig am Computer arbeiten (Tagebuch schreiben, Fotos versenden, ...)

Es ist jetzt Zeit, Abendessen zu gehen und Feierabend zu machen. Ich aß so viel ich konnte, um nicht an Gewicht zu verlieren – aber jetzt denke ich mir gerade, dass ich eher darauf achten muss, nicht zuzunehmen … das Leben ist schon wunderbar. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen in der Welt unseren Wohlstand und unsere Gesundheit genießen können …

Peter Rietveld - http://www.run-for-lives.at/peter

Mittwoch, 16. April 2008

15. April 2008 - Tag 13: Salzburg - Strobl (43 km)


Lauf-Infos:

Datum: 15. April 2008
Start: 09.00 Uhr
Ankunft: 14.58 Uhr
Distanz: 43 km
Laufzeit: 4:20
Gesamtzeit: 4:58
Kilometerstand: 592 km von 1.129 km

12 Tage noch zum Vienna City Marathon. Nur mehr 11 Marathons nach Wien, wo mein Lauf und mehr oder weniger auch das “Highlight” von RUN FOR LIVES - zu Ende geht. Einerseits wird die dritte Österreich-Durchquerung dort wieder erfolgreich enden. Auf der anderen Seite ist das eine „Plattform“ wo viele Läuferinnen und Läufer, die RUN FOR LIVES unterstützen, sich finden um gemeinsam zu laufen.

An diesem Tag werden die meisten Kilometer für RUN FOR LIVES gelaufen. Zur selben Zeit, am selben Ort. Entweder 21 km oder 42 km (oder die Staffelläufer die jeweilige Distanz) pro Person. Ausser Ernst, der nur 41 Kilometer an diesem Tag läuft ??!!?? Ernst, ich wundere mich …

Ich bin mir sicher, dass viele – nicht alle, aber viele – jemanden kennen, der beim Vienna City Marathon am 27. April 2008 mitläuft. Wäre es nicht großartig, wenn du/ihr diese Läufer darauf aufmerksam macht, dass sie ihren Lauf Ärzte ohne Grenzen und RUN FOR LIVES widmen sollen. Also bitte … unbedingt bei RUN FOR LIVES anmelden!!! Das alles dreht sich nicht nur um mich und meine Leistung. Ich denke, es wäre großartig, wenn der Bürgermeister erscheinen würde und mir alles gute für meinen Lauf wünscht und mich viele viele Läuferinnen und Läufer begleiten – wie es Christian heute getan hat – das ich wirklich sehr geschätzt habe!!! Schließlich laufen wir, um Menschenleben zu retten. Und je mehr Kilometer zustande kommen, desto mehr Möglichkeiten haben die Spender dafür zu spenden und desto mehr Leben können gerettet werden! Im wahrsten Sinne des Wortes setzen wir unsere eigene Gesundheit dafür ein, um Menschen in Not zu helfen.

Peter Schatteiner der gestern so gut auf mich aufgepasst hat wartete bereits heute am Residenzplatz wieder auf mich. Das Wetter war leider nicht einladend genug, um ein Foto von uns zwei zu machen – daher ließ ich es bleiben. Peter leitete mich aus Salzburg hinaus, was definitiv eine große Hilfe war. Obwohl ich jetzt schon im „Flachland“ von Österreich bin, hatte ich noch einen 10 km Anstieg und ein paar sanft geschwungene Hügel zu überqueren. Es regnete wieder mal ein paar Stunden und gerade, als ich dachte, ich gönn mir eine Cafe-Pause, wartete Christian – ein Freund von Peter – schon in der Nähe von Fischl auf mich und wir liefen gemeinsam bis Strobl. Es war ein ziemlich kalter Tag heute – und so war es sowieso besser weiterzulaufen um endlich unter die heiße Dusche zu kommen, als längere Pausen zu machen. Heute hatte ich einen sehr großzügigen Sponsor, der RUN FOR LIVES und Ärzte ohne Grenzen unterstützte. Herzlichen Dank!!! Das macht das Laufen viel angenehmer.

Ziemlich früh und gut im Hotel angekommen, habe ich die Gelegenheit, mich etwas länger auszurasten – so lag ich mit meiner Pizza im Bett und sah fern. Ach ja – Natürlich mit einem Bier!

Ich habe bereits Reaktionen bekommen, die mit dem Bier zu tun haben …. NEIN, ich werbe nicht für Alkohol und unterstützte diesen NICHT. Oft trinke ich auch alkoholfreies Bier – von denen es speziell in Österreich eine große Auswahl gibt. Aber als ich im Internet etwas recherchiert habe, gibt es sehr viele Gründe, Bier mit Alkohol zu trinken.

Ich verliere pro Tag rund 3 bis 5 Liter Körperflüssigkeit und trinke während des Laufens viele von diesen „gespritzten Säften“. Aber am Ende eines Laufes brauche ich etwas um meinen Körper zu re-hydratisieren. Und Bier ist ein sehr gutes Getränk dafür, dass man eigentlich mehr als das ganze „süsse Zeugs“ trinken kann/sollte. Bier ist auch entzündungshemmend und mit Alkohol daher gesünder als ohne. Aber ein bis zwei Bier mit Alkohol sind genug … dann besser welche ohne Alkohol weitertrinken. Der Nachteil von Bier als Re-Hydrations-Getränk – verglichen mit isotonischen Getränken – ist, das es keine Kohlenhydrate enthält … daher muss ich immer etwas dazu essen. UND wenn ich nicht laufe … muss ich auch nicht re- hydratisieren.

Das selbe mit Schokolade. Jetzt esse ich jede Menge davon. Zu Hause lasse ich die Finger davon.

So, ja – ich trinke Bier. Aber nur die Menge, die mir gut tut und gesund ist und nie zu viel!

OK. Ich mach jetzt Schluss, um euch jetzt Zeit zu geben, eure Freunde – die beim Vienna City Marathon mitlaufen – zu kontaktieren und um ihnen von RUN FOR LIVES zu erzählen, mit der Bitte, sich gleich zu registrieren.

Ich glaube, du sitzt gerade vorm Computer. So kannst du ja gleich unsere Internetseite http://www.run-for-lives.at an deine Freunde weiterschicken ;-)

Wir haben sogar ein Formular dafür gemacht, dass dich dabei unterstützt …

RUN FOR LIVES weiterempfehlen ...

DANKE für deine Unterstützung!

Peter Rietveld - http://www.run-for-lives.at/peter

Dienstag, 15. April 2008

14. April 2008 - Tag 12: Bischofshofen - Salzburg (53 km)


Lauf-Infos:

Datum: 14. April 2008
Start: 09.00 Uhr
Ankunft: 15.09 Uhr
Distanz: 53 km
Laufzeit: 5:05
Gesamtzeit: 6:09
Kilometerstand: 549 km von 1.129 km

Das letzte Bier gestern war wohl doch zuviel – ich stand ziemlich müde auf heute. Das Frühstück war in einem anderen Gebäude und vom Frühstückstisch zum Buffet war es auch weit zu gehen – in den Nebenraum. Ich wollte mich beeilen um noch vorm Start einkaufen zu gehen aber an der Rezeption war niemand anzutreffen. So mußte ich warten . Ah, da kommt ja jemand. Hm, sie hat die Rechnung vergessen und musste daher wieder ins andere Gebäude rüberlaufen. Als ich jetzt endlich bezahlt hatte fand ich einen Supermarkt, wo ich mir ein paar Getränke für den Lauf kaufen wollte, aber auch hier war niemand an der Kassa und es schien ewig zu dauern, bis da jemand kommt. So entschied ich mich, die Sachen im Supermarkt zu lassen und mich auf dem Weg zum Start zu machen. 5 Minuten vor dem Start erschien die Presse und ein Journalist teilte mir mit, dass der Bürgermeister auch noch kommt. Er kam 3 Minuten vor dem Start. Ich schaffte es gerade noch pünktlich um 9 Uhr zu starten und die beste Strecke herauszufinden. Als ich endlich am Radwanderweg war, wurde ich bereits nach 2 Kilometer wieder auf die Hauptstraße umgeleitet, ohne Angabe der richtigen Richtung. Obendrein hörte ich im Radio, dass in den nächsten 2 Tagen wieder mit Schnee und Regen zu rechnen ist!!!

ODER

Ich schlief großartig dank des Biers gestern. Ich stand pünktlich auf und ging zum Frühstück. Ich war perfekt in der Zeit und so konnte ich auch noch ein paar Sachen einkaufen, bevor ich zum Start gehe. Im Hotel bekam ich meine Rechnung so schnell es der Rezeptionistin möglich war. Im Supermarkt wurde es etwas stressig und ich entschied mich die Sachen unterwegs wo einzukaufen. Ich schlenderte die Strasse zum Start hinunter, wo zu meiner Überraschung die Presse UND der Bürgermeister wartete, um mir alles Gute für den heutigen Tag zu wünschen. Ich startete pünktlich um 9 Uhr an einem wunderschönen Tag trotz Regenwarnung. Ich fand meinen Weg zum Radwanderweg dank der guten Beschilderung ganz gut. Nur eine Umleitung ließ mich wieder auf der Hauptstraße Richtung Salzburg laufen. Im Radio hörte ich, dass es wieder regnen und schneien soll. Aber ich schaue, dass ich weiterkomme und mich das Wetter nicht verfolgt und wenn, dann trifft es mich jetzt nicht mehr an einem langen Tag oder auf einem Pass. Und heute – der längste Tag der Strecke – hatte ich den ganzen Tag über strahlenden Sonnenschein!!!

Alles Ansichtssache, oder?

Wir haben kaum etwas, über das wir uns wirklich beschweren könnten. Ich mache oft den Fehler, da ich dazu neige, mich zu beschweren – wie man oben sieht. ABER das bin ICH, der oft das Problem macht/sieht, nicht der gegebene Umstand.

Wie wäre es damit:

In meinem Leben erwarte ich nicht mehr, dass es viel besser wird. Aber ich hoffe, dass meine Kinder eines Tages in Frieden leben können. Wenn wir Glück haben, können wir das Flüchtlingslager in ein oder zwei Jahren verlassen und sehen, was aus unserem Dorf geworden ist. So lange ich nichts Neues höre, so lange habe ich die Hoffnung, dass meine Familie noch am Leben ist.

Unsere Probleme scheinen Nichts zu sein, wenn man es mit dem vergleicht.

Heute hatte ich – bis auf ein paar Kleinigkeiten – einen fantastischen Tag. Ich bin über den fünften – und somit letzten Pass dieser Strecke – gelaufen, hatte den ganzen Tag über Sonnenschein, fühle mich wirklich stark genug um es bis zum Ende durchzustehen und wurde von einem Freund erwartet, der mich ins Hotel brachte, wo ich endlich meine Wäsche in der Badewanne waschen konnte. Anschließend hatten wir ein ein nettes Abendessen.

Es ist Halbzeit. Es macht mir nichts aus, wenn es morgen regnet, solange dieser Lauf Sinn macht und etwas zur Verbesserung für die Bevölkerung in Ländern, die Hilfe brauchen und in denen Ärzte ohne Grenzen tätig ist und hilft, beiträgt.

Peter Rietveld - http://www.run-for-lives.at/peter

Montag, 14. April 2008

13. April 2008 - Tag 11: Zell/See - Bischofshofen (49 km)


Lauf-Infos:

Datum: 13. April 2008
Start: 09.00 Uhr
Ankunft: 14.33 Uhr
Distanz: 49 km
Laufzeit: 4:37
Gesamtzeit: 5.33
Kilometerstand: 496 km von 1.129 km

Der Bürgermeister von Zell am See kam am Treffpunkt an: IM TRAININGSANZUG!!! Er war bei seiner sonntäglichen Jogging-Runde und hat sich entschieden, mit mir die ersten Kilometer mitzulaufen.

Ich habe sofort nach dem weglaufen mein linkes Bein gespürt. Es ist eine Beinhautentzündung, die mich beschäftigt … aber wenn ich einigermaßen langsam laufe geht das schon und der Schmerz geht nach einiger Zeit dann auch wieder weg. Es machte mir Sorgen, dass ich es gleich zu Beginn so stark gespürt habe. Aber am Ende des Tages habe ich es gerade mal 2 mal gespürt und das ist schon viel weniger als die letzten zwei Tage.

Das bestätigt wieder das, was mich der berühmte Ultra-Runner Jesper Olsen gelehrt hat. Wenn du eine Verletzung hast, musst du so laufen, das die Verletzung wieder verschwindet – er hat niemals zu laufen aufgehört. Wäre ich allerdings zu Hause gewesen, hätte ich 2 Tage Pause gemacht. Aber schaut, ich bin statt dessen weitere 101 km gelaufen und fühle mich besser!!!!

Ein weiterer Jogger kam dazu und zeigte mir den Weg nach Bruck. Und als ich so dahingelaufen bin genoss ich es mehr als erwartet. Es geht für längere Zeit leicht bergab und das macht es angenehm zu laufen und am Ende zeigte es auch die Zeit: ich bin 3 Kilometer weniger als geplant gelaufen, war dafür aber um 1 ½ Stunden schneller.

Ein Hund lief mir zu und begleitete mich ein Stück. Ein wirklich schönes Kerlchen. Aber es war nicht sehr sicher mit ihm, auf der Bundesstraße und daher lieferte ich den Hund an einer Tankstelle ab. Er ist davongelaufen und war ca. 10 km von zu Hause weg (das hat uns sein Anhänger verraten). Wir riefen die Polizei, um ihn wieder sicher nach Hause bringen zu lassen. Sorry – keine Fotos davon. Ich hätte eines machen sollen und ihm einen RUN FOR LIVES-Flyer für seinen Besitzer mitgeben sollen. Aber ihr wisst ja … viel laufen, leerer Kopf.

Heute regnete und schneite es nicht ... und das bedeutet auch, dass ich weniger anhaben muss. Ich schwitzte wieder so viel, dass ich wieder alles durchnässt war und ich muss jetzt wirklich aufpassen, dass ich mir keine Erkältung hole. Während andere Läufer bereits nur mit kurzer Hose und Shirt laufen, trage ich immer noch meine lange Laufhose und Jacke. Der Wind fühlt sich sehr kalt an, wenn man durchgeschwitzt ist.

Ich verlasse den Rad- und Wanderweg. War zwar eine wunderschöne Strecke, aber zu viel Umweg und der Kies machte das Handieren mit meinem Baby-Jogger einfach zu anstrengend. Wieder zurück auf der Bundesstraße, wo sehr viel Verkehr war!! Wo fahren die Leute alle an einem Sonntag hin? Ich wunderte mich – aber es war eine sehr gute Entscheidung, den Rad- und Wanderweg zu verlassen, obwohl es nicht leicht war, auf die Bundesstraße zurückzukommen. Aber am Ende ersparte es mir 2 Kilometer.

Man sieht mir an, dass ich müde bin. Aber seht in den Laufinfos nach: ich war wirklich schnell und ich fühle mich gut und habe keine Probleme. So bin ich gleich nach der Ankunft in Bischofshofen einkaufen gegangen. Ich fühle mich richtig fit. Das ist eine weitere Sache, die ich von Jesper gelernt habe … der Körper braucht rund 10 Tage, um sich auf diese Art von Laufen einzustellen.

Mein Zimmer ist etwas unordentlich – wie immer ;-) Meine Schmutzwäsche liegt überall herum und es gibt hier keine gute Möglichkeit, sie zu waschen. OK, ich habe ja genug Wäsche mit mir, dass ich wechseln kann. Ich glaube, es ist jetzt Zeit, sich auf die Suche nach einem Bier zu machen …

Bis morgen.

Peter Rietveld - http://www.run-for-lives.at/peter

Sonntag, 13. April 2008

12. April 2008 - Tag 10: St. Johann i.T. - Zell/See (52 km)


Lauf-Infos:

Datum: 12. April 2008
Start: 09.00 Uhr
Ankunft: 15.58 Uhr
Distanz: 52 km
Laufzeit: 5:18
Gesamtzeit: 6.58
Kilometerstand: 447 km von 1.129 km

Was für eine Überraschung, Leute am Start zu sehen obwohl sich für heute gar niemand angekündigt hat. Die Achendamrunners werden mich heute begleiten. Obwohl sie nur 10 km geplant hatten, liefen 3 von den 5 ca 17 Kilometer mit mir mit … jetzt sind es nur mehr 3 Kilometer bis auf den Sattel. Danke für die tolle Unterstützung.

Es war wieder mal ein ziemlich grauer Tag und es regnete und schneite am Sattel. Aber nicht viel. Wie ich schon mal sagte wird das Laufen mit nasser Kleidung nach einer Zeit etwas unangenehm. Es regnete nicht den ganzen Tag und es schneite auch nicht den ganzen Tag – es war wechselhaft.

Zeit, mal wieder ein Foto zu machen ... hm, leere Batterien. Ich wechselte sie aus. Und, wieder mal ein Platten. Wieder von einem Scherben einer Bierflasche. OK, Bier ist gesund, aber wieso benutzt ihr nicht Dosen. Das würde mich verschonen, einen platten Reifen im Regen flicken zu müssen.

Zeit, um ein wenig über die Mannschaft von Ärzte ohne Grenzen zu reden. Meine Kamera weigerte sich zu funktionieren. Meine lieben Laufpartner haben angeboten, mir einige Bilder zu schicken und als ich den Platten hatte, haben Sie irgendjemanden aufgehalten und nach Hilfe gefragt. Ich weiss, ich mache mich selbst von Zeit zu Zeit zum Narren …aber ich will nicht den Eindruck hinterlassen, dass Ärzte ohne Grenzen Leute in die Welt raus schickt, die keine Reservebatterien oder Flickzeug mit sich haben. Das wäre eine Beleidigung an alle meine lieben Kollegen in aller Welt, die einen großartigen Job unter sehr anstrengenden Bedingungen machen!

Die Menschen da draussen brauchen und verdienen kompetente und angemessene medizinische Hilfe und das unter äußerst anspruchsvollen logistischen Bedingungen.

Ich mache oft Scherze und genieße hier meinen Lauf. Gleichzeitig aber nehme ich diesen Lauf sehr ernst, weil es darum geht, damit Menschenleben zu retten. Und die vielen anderen Läuferinnen und Läufer machen auch genau deswegen mit!

Die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen ist sehr anspruchsvoll und logistisch herausfordernd, da man nie voraussagen kann, welche Schwierigkeiten auf einen zukommen. ABER es bleibt realistisch da wir uns Ziele für die Länder in denen wir arbeiten setzen. Wir können leere Versprechen oder verschwendete Ressourcen nicht ausstehen.

Das RUN FOR LIVES-Team setzt sich dieses Jahr aus Andreas - der das Team leitet, Chris - der sich eigentlich um alles kümmert (Medienarbeit, Kooperationen, alle Kontakte pflegt, die Webseite aktualisiert, …) und mir – ich bin fürs Laufen und die gesamte Logistik dahinter verantworltich, zusammen. Wir sind gut, dennoch ist jede Hilfe und Unterstützung willkommen.

Vom Sattel wieder herunten, nach 20 Kilometer bergabrollen gönn ich mir wie gewöhnlich eine Tasse Cafe. Bevor Saalfelden sollte ich diesmal rechts abbiegen, dass ich nicht wieder 56 Kilometer, wie letztes Jahr, laufe … und glücklicherweise war in Leogang dann eine Touristen-Information. Aber was seh ich da: „Samstag, Sonntag und an Feiertagen geschlossen!“. Wann um Himmels willen erwarten die Touristen? Ich will mich ja nicht beschweren – und ich würde mir wünschen, das wenigstens so viel Hilfe in der dritten Welt wäre - aber ich wundere mich schon ein wenig. Das Büro gerade dann zu schließen, wenn Touristen zu erwarten sind.

Am Ende habe ich es auch so geschafft und endete mit 52 Kilometer. Die noch kürzere Route wäre über ein paar Hügel gegangen, das für Jogger und Mountain-Biker ganz nett ist, aber mit meinem Baby-Jogger wäre das nicht so toll gewesen.

Mein linker Oberschenkel macht sich bemerkbar und schmerzt ein wenig. Da muss ich aufpassen und etwas langsamer laufen. Es wurde heute nicht schlechter, aber ich habe ja noch zwei etwas längere Läufe vor mir. Andererseits wird meine Kondition immer besser und die 52 Kilometer machten mir gar nichts aus. Das soll jetzt aber nicht heissen, dass es nicht fantastisch ist, eine heiße Dusche zu nehmen und sich dann mit Chips und einem Bier aufs Bett zu legen.

Nun höre ich auf zu schreiben und schaue drauf, dass ich für morgen genügend ausgeruht bin.

Peter Rietveld - http://www.run-for-lives.at/peter

Samstag, 12. April 2008

11. April 2008 - Tag 9: Mittersill - St. Johann i.T. (43 km)


Lauf-Infos:

Datum: 11. April 2008
Start: 09.00 Uhr
Ankunft: 14.53 Uhr
Distanz: 43 km
Laufzeit: 4:34
Gesamtzeit: 5.53
Kilometerstand: 395 km von 1.129 km

Die ersten Kilometer “kletterte” ich auf den Pass Thurn (1.273 Meter) und schwitzte dabei so viel, dass meine Laufkleidung ganz durchnässt war. Oben angekommen entschied ich mich dazu, mein Laufshirt auszutauschen und zog mich um. So konnte ich das Bergab-Laufen genießen, ohne dass mir kalt dabei wurde. Ich habe ein wirklich tolles „Unterleibchen“ und suchte es in meiner Tasche – und suchte und suchte … Ich ärgerte mich über mich selbst, aber ich konnte es einfach nicht finden. Ich war mir sicher, ich habe es mit dabei und nicht irgendwo vergessen. Aber wo zum Teufel ist es?!?!?

blog_peter-tag9-1

Ich fand des einfach nicht ... langsam wurde mich wirklich kalt und ich gab auf, es zu suchen. Ich nahm einfach ein anderes und begann endlich, meine nassen Sachen gegen trockene zu tauschen. UND … da war ja das Shirt, dass ich suchte … ich hatte es an.

So, alles wieder OK – und wird denken auch gar nicht länger drüber nach *g* Ich wechselte die Kleidung und lief weiter. Jetzt mit meinem Walkman – denn der weitere Lauf wird nicht so hart wie er bis jetzt war. Leider konnte ich nicht all zu viele Radiosender empfangen, da ich ja in den Bergen unterwegs bin – das selbe passierte mir gestern auch schon. So verlor ich den Empfang von einem Sender nach dem anderen und der Empfang der Sender, die ich hören konnte, war sehr sehr schlecht. Und dann das komplette AUS meines Walkmans. OK, die Batterien waren leer. Ich tauschte sie und siehe da – Problem gelöst … toller Empfang – von wegen: „ich bin in den Bergen“ …

blog_peter-tag9-3

Was passierte heute noch – mal etwas ernsthafter: ein leichter Schmerz machte sich in meinem linken Schienbein bemerkbar. Keine Beinhautentzündung oder so aber ein Muskel, der zur Zeit wehtut. Ich erlaubte mir etwas längere Pausen und massierte den Muskel ein wenig. Der Rest des Tages lief problemlos. Aber ich werde auf das Muskelproblem ein Auge haben und versuchen, es nicht zu übertreiben. Am Abend werde ich dann etwas Kühles auflegen. Wie gesagt … kein Problem … aber immerhin habe ich ja noch 16 Marathons vor mir …

blog_peter-tag9-2

Als ich mir in Kitzbühel nach 30 Kilometer eine Cafe gönnte, rief mich Martina an und erzählte mir, dass der Bürgermeister von Mittersill den Startschuss für den heutigen Tag geben will. Nun, leider etwas zu spät … Aber netterweise hat er dann Ludwig ausfindig gemacht, der hat Martina angerufen, die in der Nähe von ihm wohnt und die mir im Namen des Bürgermeisters von Mittersill eine nette Spende übergeben hat. Herzlichen Dank! Martina begann zu laufen, als sie 2006 RUN FOR LIVES kennenlernte und sie sieht richtig fit aus. Wir tratschten einen Cafe und Apfelstrudel und ein Bier lang über Laufen, …

Während ich hier den Tagesbuch-Eintrag tippe läuft gerade der Wetterbericht und ich bin optimistisch … aber was auch immer er sagte … ich hörte nur das eine: ich habe morgen Rückenwind. Auf den Rest habe ich gar nicht mehr geachtet.

Es startet gerade eine Diskussion im TV über das Thema „Welches ist das beste Bier“. Das ist doch einfach: das beste Bier ist das, das für mich bereitsteht, wenn ich diese Sache erledigt habe.

Es ist jetzt 20 Uhr und Zeit für mich die Beine in die Höhe zu legen. Drei lange Tage liegen noch vor mir bevor wir auf den etwas flacheren Teil der Strecke kommen …

Bis Morgen.

Peter Rietveld - http://www.run-for-lives.at/peter

Freitag, 11. April 2008

10. April 2008 - Tag 8: Gerlos - Mittersill (43 km)


Lauf-Infos:

Datum: 10. April 2008
Start: 09.00 Uhr
Ankunft: 14.18 Uhr
Distanz: 43 km
Laufzeit: 4:21
Gesamtzeit: 5.18
Kilometerstand: 352 km von 1.129 km

Was für ein Ausblick (vom Hotel aus). Ich bin heute schon früher aufgestanden, um das alles noch etwas genießen zu können, bevor ich wieder weiterlaufe. Es ist absolut niemand außer mir unterwegs – ein Tourismusort ausserhalb der Saison eben. Der Vorteil von dem Ganzen ist, dass es dadurch auch angenehm ruhig auf den Straßen ist.

blog_peter-tag8-2

Es waren nur mehr ca. 9 Kilometer nach Mittersill …aber heute war es wirklich hart für mich. Nicht, dass ich nicht laufen wollte oder gar die fantastischen Ausblicke nicht genießen wollte. Ich hatte auch keine physischen Probleme und Probleme mit meinen Nägeln, die ich in Gerlos gelassen habe (der Druck von ihnen ist jetzt endlich weg) … aber die Strecke kam mir heute viel viel länger vor als gewöhnlich. So erfand ich alle möglichen Gründe, um Pausen zu machen: Cafe trinken, zur Toilette gehen, meine Schnürsenkel neu binden, meinen Fahrradcomputer überprüfen, Jacke ausziehen, Jacke wieder anziehen, Route überprüfen, Radio aufdrehen, Radio abdrehen …. Was kann ich sonst noch alles machen? Ahhh ok. Laufen!

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In Mittersill wartete ich dann auf Ludwig Steiner. Er ist ein begeisteter Anhänger und Unterstützer von RUN FOR LIVES – bereits seit 3 Jahren (also von Beginn an). Während ich auf ihn wartete bin ich auf einer Parkbank in der Sonne eingeschlafen (lag da, wie ein Obdachloser („Sandler“)). Als Ludwig dann auftauchte tranken wir unser „übliches“ Bier und Ludwig meinte zu wissen, warum ich heute soooo einen harten Tag hatte/habe: der Föhn. Warmes soll ja mit Kaltem behandelt werden – davon hatten wir ja bereits genug …

Nun bin ich zu Gast im Haus der Familie Steiner und wir gingen gemeinsam Abendessen. Wir gingen in die "Meilinger Taverne". Großartiges Essen! Als ich die Rechnung haben wollte, erhielt ich eine Rechnung mit 0 Euro. Der Besitzer des Lokals – Robert Klackl – hat uns eingeladen. Ich fühle mich sooo verwöhnt. Herzlichen Dank!

Der Tag endete auf der sehr netten Terrasse von Ludwigs Haus. Ludwig, seine Frau Heidi und ich saßen da, genossen den herrlichen Ausblick Richtung Berge und ließen den Tag mit einem Schnaps zu Ende gehen.

blog_peter-tag8-1

Ich bin jetzt richtig müde aber sehr zufrieden und bin bereit für den nächsten Marathon morgen.

Peter Rietveld - http://www.run-for-lives.at/peter

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